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[Typ89] Gamma CC Bluetooth-Umbau

[Typ89] Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon RivaDynamite » Mo 11. Feb 2019, 19:01

Moin,

ich würde gerne bei meinem originalen Gamma CC aus meinem Coupe einen Bluetooth-Empfänger nachrüsten. Dass dies möglich ist, beweist die Internetseite/Youtube-Kanal von radio-piraten.com - dahinter steckt jemand, der sich auf den Umbau von alten Originalradios spezialisiert hat. Dabei wird der Signaleingang vom Kassettendeck verwendet und über eine Tastenkombination kann man dann wahlweise Bluetooth aktivieren, das Tapedeck bleibt weiterhin nutzbar. Sehr interessant, wie ich finde.

Das Problem nun: Seit 2 Jahren versuche ich, den Betreiber der Seite dazu zu bewegen dass er sich meines Radios annimmt - ohne Erfolg, er scheint kein Interesse an dem Auftrag zu haben.
Habt ihr informationen oder connections, um so etwas zu realisieren? Evtl schaltpläne um es ggf selbst zu machen?


Gruß Dennis
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Mit-Stil-ans-Ziel » Mo 18. Feb 2019, 20:25

Hab mein Gamma in Auftrag gegeben, bin gespannt, wann es fertig ist.

Zu den Extras:
Vorverstärker Ausgang v/h
Bluetooth mit Steuerung
Freisprecheinrichtung
Aux in

Auf USB und SD Karte verzichte ich, da ich das nicht benötige

Ich freu mich schon.
Wenn’s fertig ist, werde ich berichten.
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Falcon99 » So 28. Apr 2019, 00:15

Hallo RivaDynamite! Ich habe das mit meinem Delta CC im A6 C4 gemacht: Umbau auf Bluetooth mittels Einschleifen des Audiosignals über das Kassettensignal.
Das Ganze läuft an sich sehr gut seit 2016. Es war allerdings sehr viel Testen und Experimentieren nötig, bis alles zu meiner Zufriedenheit gelöst war. Speziell Bluetooth-Störsignale in Form eines hörbaren digitalen Rauschens waren anfänglich ein großes Problem.

Auch die Auswahl des richtigen Bluetooth-Stereo-Adapters ist ein wichtiges Kriterium. Ich habe aktuell einen Bluetooth 3.0-Adapter verbaut, der an sich auch gut ist, nur leider standardmäßig auf relativ leise Lautstärke eingestellt, was bei jedem Radiostart ein erneutes Hochjustieren der Lautstärke bedingt. Bin seit einem halben Jahr am Überlegen, ob ich einen Bluetooth 4.0 Adapter auf Basis des CSR8645-Chipsatzes ausprobieren soll. Inzwischen gibt es auch Bluetooth 5.0 mit z. B. dem CSR8675-Chipsatz.

Ich kann erst in den nächsten Tagen mehr und detaillierter dazu schreiben, werde mich dann melden.
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon RivaDynamite » Mo 6. Mai 2019, 14:00

Mit-Stil-ans-Ziel hat geschrieben:Hab mein Gamma in Auftrag gegeben, bin gespannt, wann es fertig ist.


Gibt's schon Neuigkeiten vom umgebauten Gamma?


@Falcon99: Interessant, bin gespannt auf mehr Infos ;-)
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Mit-Stil-ans-Ziel » Mo 6. Mai 2019, 14:04

Servus, es ist noch nicht fertig. Der letzten Mail nach, hat er ziemlich viel zu tun, dass ist aber in Ordnung. Ich bin froh, dass er mein Radio überhaupt macht.
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Falcon99 » Mo 13. Mai 2019, 13:12

@ RivaDynamite: Mein Radio funktioneirt im Prinzip so wie in diesem Video:

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Ich muss ein paar Infos und Bilder zusammentragen, dann schreibe ich hier mehr.
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Mit-Stil-ans-Ziel » Mo 13. Mai 2019, 22:52

Ist doch super! Mehr braucht es doch nicht.
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Re: Gamma CC Bluetooth-Umbau

Beitragvon Falcon99 » Mo 13. Mai 2019, 23:50

Ich habe 2016 einen kompletten Umbaubericht für mein Delta CC verfaßt: Diesen kopiere ich nun hier hinein. Ich habe diese Anleitung als Work-in-Progress-Erfahrungsbericht geschrieben. Sprich Fehler und Probleme wie das Bluetooth-Rauschen, die im oberen Teil beschrieben werden, können weiter unten im Text später gelöst werden.

Hier der Umbaubericht:



2016-04 und 05 – Audi Delta CC-Umbau für Bluetooth:
Inspiration dafür ergab sich für mich durch eine russischsprachige Anleitung aus dem Forum Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar. Bitte registriere Dich oder logge Dich ein. , wo ein Delta CC umgebaut wurde. Den für den Umbau verwendeten Bluetooth v3.0 Stereo-Adapter besorgte ich mir im Oktober 2015 auch von einem chinesischen Webshop (DX.com). Leider ist dieser Adapter nicht mehr dort gelistet. Ich habe meinen Umbau jedoch im Hinblick auf Bluetooth-Störgeräusche deutlich weiterentwickelt im Vergleich zu dem russischen Bericht. Auch wollte ich den BLuetooth-Adapter nicht im hintersten Winkel des Gehäuses verbauen, sondern möglichst nah am ehemaligen Kassettendeck, wo der Empfang am Besten ist.

Hier der Link zur originalen Umbauanleitung von der russischen Seite Drive2.ru :)
Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar. Bitte registriere Dich oder logge Dich ein.

Tests: Für den Umbau musste trotz der Anleitung erstmal Grundlagenforschung betrieben werden:
- Woher die Stromversorgung nehmen?
- Wann ist die Stromversorgung aktiv?
- Wird die Stromversorgung bei Verkehrsfunk abgeschaltet?
- Wie verhält sich das Kassettenlaufwerk? Ist es abschaltbar?
- Wie ist die Soundqualität?

(1) Die Stromversorgung (+12V bzw. +3,7V):
- Bereits letzten Herbst baute ich zur Stromversorgung eine Konstantstromquelle auf Basis eines LM317-Spannungsreglers auf. Dieser versorgt den Adapter mit stabilen 3,7 Volt, genau wie es vorher der ausgelötete Akku tat.
- Zur Stromquelle für die +12V Eingangsspannung: Die in der russischen Anleitung gewählte Stromversorgung der Pins der Steckplatine des Kassettenlaufswerks ergibt +12V, sobald das Radio eingeschaltet wird. D. h. Bluetooth wäre dauerhaft aktiv, auch wenn es nicht gebraucht würde.
- Ein zusätzlicher Ein-/Ausschalter könnte Sinn machen, um
(a) Die Platine nicht so zu belasten und
(b) Nicht dauerhaft von Strahlung umgeben zu sein, sobald das Radio eingeschaltet ist.

(2) Das Verhalten des Kassettenlaufwerks:
- Das Kassettenlaufwerk läuft, sobald entweder eine Kassette eingeschoben wird oder bei geöffnetem Radio der oben liegende, schwarze Hebel nach hinten gedrückt wird.
- Beim Umschalten auf Kassette via „Mode“-Taste klappt der gesamte Mechanismus des Bandrollapparats und des Tonabnehmerkopfs zur Kassette hin und der Motor für die Wiedergabe startet.
- Bei RDS-geschalteten Verkehrsansagen sowie allgemeinem Radio-Betrieb pausiert das Kassettenlaufwerk. Der Motor stoppt, der Bandmechanismus wird von der Kassette weggeklappt.
- Die Stromversorgung der Motoren sollte aus o.g. Gründen nicht verwendet werden, um das Bluetooth-Gerät zu betreiben. Sonst würde es jedes Mal ganz ausgehen, wenn eine Verkehrsmeldung erfolgt, und danach mühsam wieder booten und verbinden.

(3) Umbau - Kassettenlaufwerk:
- Natürlich war es auch mein Ziel, das Kassettenlaufwerk komplett auszubauen. Dem Russen war es in der Anleitung nicht gelungen.
- Nach zahlreichen Experimenten kam auch ich zu dem Ergebnis, dass man nicht komplett auf das Laufwerk verzichten könne:
- Die Ansteuerung des Motors ist kompliziert, zudem ändert er die Laufrichtung.
- Den Motor ohne Anschluß an das Getriebe der Kassettenmechanik laufen zu lassen, funktioniert nicht.
- Auch ein Relais als Ersatz des Motors für die Ansteuerung der funktioniert nicht. Effekt war, dass ständig zwischen Vorwärts- und Rückwärtslauf der Kassette umgeschaltet wird und sich das Laufwerk nach einigen Sekunden abschaltet.
- Weiterhin spielt eine Spule eine Rolle, deren Sinn ich jedoch nicht durchblickt oder mich noch nicht genügend damit beschäftigt habe.
- Jedoch gelang es mir, das Laufwerk zu vereinfachen.
Der 2. Motor, welcher den Bandapparat antreibt, konnte stillgelegt und ausgebaut werden.
Der Tonkopf kann entfernt werden.
Die Kassetten-Schublade im Kassettenschlitten wurde ausgebaut → viel Platzgewinn!

(4) – Herstellung eines AUX-IN – Einspeisen der Tonquelle:
Es wird statt des Kassettensignals das Signal aus dem Bluetooth-Adapter eingeschleift. Die inneren Beinchen = minus-Pole der kleinen Kondensatoren neben dem Dolby-Chip wurden ausgelötet. Von der Stirnseite mit den Bedientasten aus gesehen der linke Kondensator ist für den linken Lautsprecher zuständig, genauso auch der rechte. Siehe auch die Bilder.
Der Anschluß der Masse erfolgt an die senkrecht stehende Platine, siehe Bilder.

(5) Verkabelung der Tasten:
- Eine Grundbedingung für den Umbau war für mich die Bedienbarkeit des Bluetooth-Geräts über die Tasten des Radios. Von Anfang an hatte ich keinerlei Lust, für jeden Titelwechsel das Handydisplay anzuschalten, oder gar zu entsperren und umständlich im Menü des Musikplayers nach passenden Titeln zu suchen. Dies hätte auch ein enormes Sicherheitsrisiko beim Fahren bedeutet und wäre außerdem punkterelevant gewesen (Handy in der Hand). Daher fiel die Wahl auch frühzeitig auf den Bluetooth-Adapter aus China, welcher über drei Tasten verfügt:
- Play/Pause
- Nächster Titel (lange gedrückt halten: Lautstärke ↑)
- Voriger Titel (lange gedrückt halten: Lautstärke ↓)
- Originale Verschaltung der Tasten des Delta CC: Die Tasten des Delta CC sind sehr komisch geschaltet. Sie haben alle eine gemeinsame Masse, aber das Radio scheint über Spannungswerte zu definieren, welche Taste gedrückt wird. Dies ist daran zu erkennen, dass vor jedem Taster ein bestimmter, individueller Widerstand sitzt. Die Werte der einzelnen Widerstände unterscheiden sich.
- Der Russe hat gemäß der Bilder diese Widerstände ausgelötet und die Verkabelung stattdessen an der unterbrochenen Stelle angelötet. Dies versuchte ich zunächst auch, jedoch reagierte das Radio dann nicht mehr. Keinerlei Tasten funktionierten, und es war auch nicht mehr entsperrbar. Keine Ahnung, die der Russe das schafft mit ausgelöteten Widerständen, bei meinem Radio geht es nur mit diesen.
- Meine Lösung war, die Widerstände an Ort und Stelle zu belassen, die Leiterbahnen noch vor den Widerständen zu durchtrennen, und dann die entsprechenden drei Tasten direkt mit der Bluetooth-Platine zu verkabeln. Es reichte jeweils nur ein Kabel, da ja gemeinsame Masse schon vorhanden und identisch zur Masse auf dem Bluetooth-Gerät.
- Die drei Kabel wurden aus der Blende hinausgeführt und über einen Platinen-Steckverbinder (erst 3-polig, später im April wegen eventueller Aufrüstbarkeit ersetzt durch einen 10-poligen) in das Innere des Radios geführt und mit der Bluetooth-Platine verbunden.
- Update 2016-05: Zur Entstörung des Bluetooth-Signals war eine möglichst gute galvanische Trennung der Masse vonnöten. Daher wurde die Masse der Bedienblende abgetrennt (siehe Bilder) und die drei Tasten direkt mit der Masse des Bluetooth-Adapters verkabelt. Insgesamt zwei zusätzliche Kabel.

(6) Sicherung des Kassettenlaufwerks:
- Meine Experimente ergaben, dass in seltenen Fällen das Kassettenlaufwerk sich wohl manchmal von selbst abschalten könnte (Achtung: Konjunktiv!) Einmal ging der Kassettenschlitten so weit nach vorne, dass ein Start des Kassettenlaufwerks per Mode-Taste nicht mehr möglich war. Ich weiß nicht, ob es durch eine ungeschickte Bewegung meinerseits selbstverschuldet war oder nicht, jedenfalls musste ich den Schlitten manuell wieder nach hinten schieben, sodass er wieder lief.
- In Versuchen zeigte sich außerdem, dass mit der MODE-Taste bei leicht gelockertem Schlitten jederzeit ein Starten des Kassettenlaufwerks möglich war, nicht jedoch bei stark gelockertem.
- Würde man keinerlei Sicherung gegen Herausfahren einbauen, so könnte es unterwegs passieren, dass man gezwungen ist, das Radio auszubauen, zu zerlegen und den Schlitten wieder nach hinten zu schieben. Gerade im Urlaub wäre das blöd.
- In der russischen Anleitung ist beschrieben, wie der dortige Erbauer den Schlitten gegen ein Herausfahren sicherte: Er klebte ihn fest. Ganz so rabiat wollte ich nicht sein. Da meine Devise von Anfang an war, dass ich das Delta wieder vollständig auf Kassette zurückbauen könnte, sicherte ich den Schlitten mit Kabelbinder gegen ein Herausfahren.

(7) Soundqualität:
- Die Soundqualität: Diese ist durchwachsen.
- Positiv ist hervorzuheben, dass Bässe und Höhen sehr schön und klar ausgeprägt sind, zudem ja noch regelbar über den Equalizer des Delta-Radios. Sobald (laute) Musik läuft, hat man echt guten Sound.
- Problematisch sind aber Störgeräusche. Bei einem Test mit einem anderen baugleichen Bluetooth-Gerät und Ohrhörern tauchten die selben leisen Störgeräusche auch dort auf, allerdings sehr leise und definitiv nicht störend. D. h. die Störgeräusche sind kein Produkt der Audi-Umgebung, sondern liegen ursächlich in der Platine des Adapters. Jegliche Suche nach NF-Entstörfiltern usw. verbietet sich damit, weil es sinnlos wäre.
- Als Devise kann gelten: Sobald (laute) Musik gespielt wird, ist die Soundqualität gut. Problematisch sind leise Musikstücke sowie Navi-Betrieb. Hier treten Störgeräusche in den Vordergrund.
- Ganz wichtig zur Reduzierung der Störgeräusche ist das volle Aufdrehen der Lautstärke des Bluetooth-Adapters. Dies geschieht durch langes Drücken der „Next“-Taste.
- Es erfolgten Tests, wie sehr diese Geräusche im Alltag stören, wenn Fahrgeräusche hinzukommen und die Klimaanlage leicht rauscht.
→ Bei stehendem Auto und ohne Lüftungsrauschen sind diese Geräusche zumindest bei leisen oder ruhigen Stücken schon deutlich.
→ Bei fahrendem Auto wie erwartet jedoch nicht mehr ganz so störend, man könnte damit leben.
- UPDATE 2016-05: Der ganz entscheidende Faktor der fiependen Nebengeräusche konnte vollständig eliminiert werden. Genaueres dazu ganz unten.

(8) Möglichkeit der Freisprecheinrichtung:
- Telefonierexperimente ergaben, dass die Soundqualität über eine mögliche Freisprecheinrichtung recht gut und deutlich ist. Es wäre definitiv eine Nutzung des Adapters dafür möglich.
- Problematisch sind die Suche nach einem passenden Ort für das Mikrofon und vor allem die aufwendige Verlegung von Kabeln ebendahin.
- Zunächst erfolgte die Vorbereitung für eine mögliche spätere Aufrüstung: Das interne Mikrofon auf der Bluetooth-Platine wurde ausgelötet und durch einen zweipoligen Platinen-Steckverbinder ersetzt. Hiermit ist eine spätere Nachrüstmöglichkeit vereinfacht.

(9) Einbau eines Relais zur galvanischen Trennung der Stromversorgung:
- Typ des Relais: M4-12H.
Die Störgeräusche nervten bei den ersten Fahrten schon. In einem Youtube-Video, das ebenfalls einen Eigenbau auf Basis eines Bluetooth-Sticks zeigte, sah ich dann kurz darauf jemanden, der zuhause bei seiner Stereoanlage mit den selben Problemen zu kämpfen hatte. Er behalf sich damit, dass er verschiedene Stromquellen für den Verstärker und den Bluetooth-Stick wählte.
Dies ist in einem Auto nur eingeschränkt möglich. Hier gibt es nur die Batterie und die Lichtmaschine.
Ich entschied mich jedoch, zur bestmöglichen galvanischen Trennung der Stromversorgung, ein Relais einzubauen. Die bisherige Stromversorgung, die aus dem Inneren des Radios stammte und zur Verfügung stand, sobald das Radio eingeschaltet wird, dient jetzt als Schaltstrom für das Relais. Der Strom für den Bluetooth-Adapter kommt jetzt direkt von Klemme 30 und nicht mehr aus dem Inneren des Radios.
Der Effekt war, dass die Störgeräusche zwar immer noch da sind, aber deutlich leiser und damit auf einem Niveau, wo es schon im Stand nicht und dann vor allem während der Fahrt nicht mehr stört. Auch die Navigon-Navigation ist nun mit Bluetooth-Sprachausgabe möglich; hier fielen die Störgeräusche vorher besonders negativ auf.
REPARATUR: Da sich bei den ersten Testfahrten zudem zeigte, dass (beim Delta aus dem Schwarzen) der Taster für die Play-/Pause-Funktion nicht mehr richtig funktionierte, tauschte ich diesen gegen den Taster der Dolby-Funktion aus. Diese wird mangels Kassettenlaufwerk nicht mehr benötigt. Durch das Ersatz-Delta ist zudem mehr als genug Ersatz für defekte Taster vorhanden.

(10) Endgültige Eliminierung der störenden Bluetooth-Nebengeräusche:
Stromkompensierte Ringkerndrossel:
Folgende Nebengeräusche traten bei beiden Umbauten auf: Fiepen und rhythmisches Tackern; lautstärkeabhängig und regelbar über den Lautstärkeknopf des Delta CC.
Waren die Geräusche bei geringer Lautstärke noch aushaltbar, so wurde es bei lauter Musik sehr unangenehm, insbesondere zwischen zwei Liedern oder an ruhigeren Stellen.
Es half zwar, die Lautstärke des Bluetooth-Adapters auf maximal zu stellen, weil dann die Störgeräusche relativ gesehen leiser wurden, jedoch insbesondere beim Navigieren doch störend. Die Geräusche besserten zudem sich nach dem Relais-Umbau für geschaltete +12V-Spannungsversorgung zwar deutlich, weg war das Problem jedoch nicht.

Mir ließ die Sache speziell nach dem Umbau des zweiten Radios keine Ruhe, und so recherchierte ich nach möglichen Ursachen. Die Suche ergab, dass das Problem sehr verbreitet ist und speziell dann auftritt, wenn sich der Bluetooth-Adapter und der Verstärker der Stereoanlage eine Stromquelle teilen. Dies erklärt auch, warum mein batteriebetriebener Bluetooth-Adapter an meiner Stereoanlage keinerlei Probleme verursacht – weil eben die Stromversorgung durch die Batterie erfolgt und damit getrennt vom Verstärker.
Motorradfahrer mit Headset berichteten zum Beispiel, dass die Geräusche aufträten, sobald sie ihren BT-Adapter ans Ladegerät hängten, das ja die selbe Stromquelle besitzt wie der Verstärker des Motorrads: Die Autobatterie bzw. die Lichtmaschine.
Ein bereits oben erwähntes Youtube-Video eines Umbaus für einen Eigenbau eines BT-Lautsprechers für eine Bad-Installation zeigte zudem das Fiepen, wobei der Ersteller des Videos als Lösung die Trennung der Stromquellen vorsah mittels eines eigenen Netzteils für das Bluetooth-Gerät.
Da eine Trennung der Stromquellen in einem Auto nicht bzw. nur mit Problemen möglich ist, musste eine andere Lösung gefunden werden. In den Foren tat sich als hauptsächliche Problemlösung die Installation eines Massetrennfilters auf: Suchbegriff „SNI-1 3.5mm Klinke Entstörfilter Massefilter“. Kostenpunkt 16-20 € oder unter 10 € bei Versand aus Großbritannien. Dafür lange Wartezeit…
Youtube-Videotests bescheinigtem dem Massetrennfilter zwar eine einwandfreie Elimination der Störgeräusche sowie einen guten Klang, jedoch eine Lautstärkereduktion um 30%.
Einen guten Klang konnte ich mir einfach nicht vorstellen, wenn ein Frequenzgang komplett durch die Mangel gedreht wird. Mein Bruder berichtete mir zudem davon, dass er einen solchen Massetrennfilter mal in Verwendung und dieser sich sehr negativ auf den Klang ausgewirkt hatte.
Eine andere diskutierte Lösung stellte der Einbau einer sogenannten Stromkompensierten Ringkerndrossel dar. Diese probierte jemand aus,offensichtlich auch mit Erfolg, aber nicht ohne Nebeneffekte. So meinte er, die Drossel verursache Störungen am zusätzlich eingebauten Übertrager, und bei diesem User flog sie wieder raus.

Mit all diesen Erkenntnissen schnürte ich ein Maßnahmenpaket zur Verringerung bzw. Elimination des BT-Fiepens:
- Strikte galvanische Trennung der Stromversorgung (+12V und -) des BT-Adapters von der Fahrzeugversorgung. Nur wie? Unmöglich bei nur EINER möglichen Energiequelle.
- Entstördrossel: Stromkompensierte Ringkerndrossel UND/ODER SNI-1 Massetrennfilter


Zunächst durchgeführte Maßnahmen:
- Tasten im Bedienfeld strikt an Masse des BT-Adapters hängen (2 zusätzliche Kabel aus dem Bedienfeld (siehe Bild).
- Relais:
Spule aus +12V-Stromversorgung der Kassettenlaufwerks-Platine sowie der entsprechenden, daneben liegenden Masse.
Schaltkontakte zur Stromversorgung des BT-Adapters sind +12V UND Masse direkt aus dem Radiostecker; es wurden Kabel von dort zum Relais verlegt (siehe Bilder)
- Zusätzliches Massekabel vom BT-Adapter zur Verstärker-Platine, als Masse für die Signalkabel.

- Die durchgeführten Maßnahmen führten zu einer deutlichen Verschlechterung des Ergebnisses: BT-Fiepen IMMER hörbar, egal ob Radiobetrieb oder TAPE, und Fiepen deutlich lauter als vorher, jenseits des Tolerablen.

Experimente:
- Das zusätzliche Massekabel wurde zunächst wieder abgelötet. Ergebnis: BT-Fiepen nur bei TAPE-Betrieb, aber sehr laut.
- Drossel eingebaut, Massekabel abgehängt, Stromversorgung nur +12V über Relais, Masse über Radiomasse: Deutliches BT-Fiepen. (War quasi Ursprungszustand, nur um die Drossel erweitert.)
- Drossel eingebaut, Massekabel bei Verstärkerplatine angehängt, Stromversorgung +12V sowie Masse über Relais: KEIN BT-Fiepen!!!
- Einbaurichtung der Drossel: Siehe auch Bilder;

Die Lösung ist also:
- Bestmögliche Trennung von Radiomasse und BT-Adapter-Masse
- Relais, das +12V und Masse direkt aus dem rückseitigen Radio-Anschlußstecker entnimmt und nicht aus der vermeintich gleichen Quelle innerhalb des Radios.
- Stromkompensierte Ringkerndrossel hinter das Relais, vor den LM317-Spannungsregler.
- KEIN Massetrennfilter

Zur Stromkompensierten Ringkerndrossel:
Während all dieser Überlegungen fiel mein Blick auf ein seit Monaten auf einer Kommode liegendes defektes Samsung-Netzteil BN44-00195A aus einem Samsung 245B Plus 24"-Monitors. Dort waren zwei Drosseln verbaut, die sich nach näherer Begutachtung und Studium des Netzteil-Schaltplans auch tatsächlich als Stromkompensierte Ringkerndrosseln herausstellten, mit jeweils 18 mH. mH = Milli-Henry. Henry ist eine SI-Einheit der Induktivität. Auch dieser Wert lag genau im Bereich dessen, was in Betracht kommt für eine erfolgreiche Entstörung.
- Sitzen tun diese an den Positionen LX801S und LX802S.
- Bezeichnung lt. Oberseite der Drosseln: 620180S.
- Dieselben Drosseln findet man auch auf dem Netzteil des normalen Samsung 245-Monitors.
Diese wurden beide aus dem Netzteil aus- und je eine in eines der Delta-Radios eingelötet.
Irgendwelche Auswirkungen auf das Radio oder sonstige Elektronik des Autos durch den Magnetismus der Drossel fielen mir nicht auf.

(11) Die Zukunft:
- Aktuell (2019-05) kann der Umbau als abgeschlossen bezeichnet werden.
- Eventuell folgt eine Freisprecheinrichtung. Dazu muss lediglich ein Mikrofon installiert und das Kabel ins Innere des Radios an die entsprechenden Anschlüsse auf der Platine geführt werden.

(12) Eventuelle Alternativen zum aktuellen Bluetooth-Adapter:
- Bei einem neuen Bluetooth-Adapter wäre es wohl wichtig, auf Qualität zu setzen. Inzwischen (Stand 2019-05) gibt es Bluetooth 5.0, z. B. mit dem CSR8675-Chipsatz, aber noch keine für den Autoradio-Umbau geeigneten Adapter. Eine mögliche Alternative zu meinem nicht mehr verfügbaren Bluetooth 3.0 Stereo Adapter BT-02P, den ich 2015 gekauft habe, wäre eventuell eine Platine auf Basis des CSR8645-Chipsatzes mit Bluetooth 4.0. Einfach mal bei Ebay suchen! Wichtig wäre mir nur, dass der Adapter direkt beim Starten des Radios mit angeht, und nicht extra gestartet werden muss, z. B. durch langes Drücken einer Taste.

Hier noch ein paar Bilder:

Der Bluetooth-Stereo-Adapter 3.0, Typ BT-02P:
BT02P.jpg


Der Bluetooth-Stereo-Adapter 3.0, Typ BT-02P, zerlegt:
BT02P -2.jpg


Testaufbau der Stromversorgung auf Basis eines LM317-Spannungsreglers:
Testaufbau Stromversorgung BT-Adapter.jpg


Die +12V-Stromversorgung für den Spannungsregler auf Basis des LM317. ACHTUNG: Später geändert zur Elimination von Störgeräuschen!!
IMG_20160421_123735093-Stromversorgung +12V -2.jpg


Erste Tests zur Stromversorgung: Bekomme ich 12V?
Stromversorgung +12V erste Tests.jpg


Pfeile: Hier werden linkes und rechtes Signal eingeschleift. Auch als ganz normaler AUX-In verwendbar.
Signal, um linken und rechten Kanal einzuschleifen.jpg


Und nochmal testweise mit dem Bluetooth-Stereo-Adapter:
IMG_20160422_165707649-Korrekte Belegung -2.jpg


Verkabelung des Bedienteils:
Verkabelung Bedienteil.jpg


Testaufbau mit stromkompensierter Ringkerndrossel aus einem alten Samsung Monitor-Netzteil. Dies brachte den Durchbruch zur Elimination von Bluetooth-Störgeräuschen!
Ringkerndrossel.jpg


Der fertiggestellte Umbau im Inneren des Radios. Ordentlich ist anders, aber es ist funktioniell und der Platz war beschränkt. Auch heute, nach 3 Jahren, funktioniert alles komplett einwandfrei.
Aufbau Radio.jpg
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