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Audi 100 Avant Bj. 1979

für Audi-Fahrzeuge (Neu-/Gebraucht -Wagen)

Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon ACQ92 » Di 3. Dez 2019, 07:12

Natürlich ist das Nonsens. Hab ich da auch ziemlich deutlich zu verstehen gegeben. Aber die Technik, eine Karosserie mittels (Feuer)Verzinken steifer zu machen, gibt es tatsächlich. Renault wendete das beim Espace 1 an. Dort wurde die Bodengruppe und der tragende Rahmen feuerverzinkt. Dabei wirkte der Zink in den Schweißnähten wie eine Verlötung (schreibt man das so?) und macht die Karosse steifer. Dadurch konnte die Blechstärke verringert werden - und es mußten Maßnahmen in der Fertigung ergriffen werden, damit die Chose sich nicht verzog im Zinkbad... Ist ein recht aufwendiges Verfahren.

Und darauf bezog der gute Mann sich, glaubte, das wäre bei Audi genauso. Ich bot ihm an, herzukommen und sich die Generationen nach dem Typ43 anzuschauen, bzw. eine davon, um sich zu überzeugen, daß die heutigen Audis sich nicht mehr vor einem Benz verstecken müssen, eher im Gegenteil (BOAH, Blasphemie!). Das war vor 4 Jahren. Er war bis heute nicht da... ;)


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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon Jan867 » Mi 4. Dez 2019, 12:59

Hallo,

heute weden nur verzinkte Bleche verwendet, da läuft kein Lot in die Schweißnähte. Und wenn die Blechstärke verringert wird, was soll denn da noch mehr tragen können?
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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon josefini1 » Mi 4. Dez 2019, 13:38

Jan867 hat geschrieben:Hallo,

heute weden nur verzinkte Bleche verwendet, da läuft kein Lot in die Schweißnähte. Und wenn die Blechstärke verringert wird, was soll denn da noch mehr tragen können?



Servus, wie werden dann die Nähte eigentlich heute vor Rost geschützt? Bzw. man hat ja den Eindruck, daß neuere Karossen wieder tlw. viel schneller rosten als C3, C4 und Geschwister?

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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon ParadoX » Mi 4. Dez 2019, 14:08

josefini1 hat geschrieben:
Jan867 hat geschrieben:Hallo,

heute weden nur verzinkte Bleche verwendet, da läuft kein Lot in die Schweißnähte. Und wenn die Blechstärke verringert wird, was soll denn da noch mehr tragen können?



Servus, wie werden dann die Nähte eigentlich heute vor Rost geschützt? Bzw. man hat ja den Eindruck, daß neuere Karossen wieder tlw. viel schneller rosten als C3, C4 und Geschwister?

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Ja, das ist fakt.
Die meisten Fahrzeuge werden huete zwar auch noch (Teil-)verzinkt, aber scheinbar mit ner dünneren Schicht als damals.
Gerade an den Kanten von Kotflügeln, den Übergängen zum Schweller, Heckklappen, etc... Da blühen schon manche 5-jährigen Fahrzeuge vor sich hin.
Schaue dir mal VW Passat 3C, Golf Plus, etc an den Griffen der Heckklappe an. Da gammeln die Griffleisten quasi von alleine raus.

Oftmals werden die Nähte auch nur mit Karosseriedichtmasse zugekleistert. Wenn da dann mal ein kliener Schaden dran ist oder die Dichtmasse reißt, dringt halt Feuchtigkeit ein.
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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon 44_TR » Mi 4. Dez 2019, 14:31

Hallo,
1. Speziell bei Mercedes lag das Problem "Kantenrost" wohl an einer zu kurzen Prozess-Zeit in der Lack Vorstufe.
Zumindest war das in einem Fachartikel zu lesen.

Die verwendete Karosserie-Dichtmasse benötigt eine Aushärtezeit von 24h - ansonsten kommt es zu Rissen durch Schrumpfung der Dichtmasse.
In der Fertigung liegt aber zwischen dem Aufbringen der Karosserie-Dichtmasse und dem Aufbringen des Lacks nur eine kurze Ruhephase von ca. 3 Stunden.

2. In den 80er und frühen 90er Jahren wurde sehr viel im Bereich Hohlraumkonservierung gemacht. Bei den Golf 2 tropfte auch noch Jahre nach der Auslieferung die Hohlraumkonservierung aus den Heckklappen.
Dies wurde ab Mitte der 90er Jahre wieder zurückgefahren. Speziell im Bereich der Zierleisten wurden (wieder) minderwertige Blecheprofile verarbeitet.

Unser 94er A4 B5 (Mj.95) rostete an sehr früh an sehr vielen Stellen. Zum Jahrtausend-Wechsel vertrat man die Auffassung, das ein PKW möglichst nur 6 Jahre halten soll und danach durch ein Neufahrzeug zu ersetzen sei. ...

Gruß Stefan
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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon ACQ92 » Mi 4. Dez 2019, 14:52

Bei Audi werden "nur" verzinkte Bleche verwendet. Die werden nach altherkömmlicher Weise zugeschnitten, geformt und verschweißt. Das heißt, daß an der Schnittkante und an jedem Schweißpunkt der Zink schlicht und ergreifend weg ist. Also müssen es doch wieder die althergebrachte Verfahren Tauchgrundierung, Nahtabdichtung, Kleben, Lack und Schutzwachs richten :roll: ;)

Eine fertige, aber blanke Karosse zu Verzinken funzt schlichtweg nicht, da egal bei welchem Verfahren kein Gramm Zink dahin käme, wo er am nötigsten ist: In den Ecken, Winkeln und in den Hohlräumen. Er säße nur außen auf den glatten Flächen... Und die Hersteller, die es doch machten (Renault und Porsche) mußten einen erheblichen (!!!) Mehraufwand betreiben und die Karosserie konnte nicht auf einmal fertig gebaut werden. Bei verzinkten Blechen ist zumindestens 99% der Karosserie verzinkt. Ist in der Großserie das beste Verfahren.


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Re: Audi 100 Avant Bj. 1979

Beitragvon Jan867 » Do 5. Dez 2019, 15:53

josefini1 hat geschrieben:
Jan867 hat geschrieben:Servus, wie werden dann die Nähte eigentlich heute vor Rost geschützt? Bzw. man hat ja den Eindruck, daß neuere Karossen wieder tlw. viel schneller rosten als C3, C4 und Geschwister?

der Schutz entsteht nur durch Lack. Aber geschweißt wird auch nicht mehr viel, wenn dann nur gepunktet. Außerdem wird viel geklebt. Hält gut, und bildet keine Angriffsfläche gegen Rost. Und ja, alle heutigen Autos rosten eher als ein Typ 44, 89, B4 und C4. Die letzten Typ 85 waren auch ohne Zink schon besser als die heutigen Gurken.




ACQ92 hat geschrieben:Eine fertige, aber blanke Karosse zu Verzinken funzt schlichtweg nicht, da egal bei welchem Verfahren kein Gramm Zink dahin käme, wo er am nötigsten ist: In den Ecken, Winkeln und in den Hohlräumen. Er säße nur außen auf den glatten Flächen... Und die Hersteller, die es doch machten (Renault und Porsche) mußten einen erheblichen (!!!) Mehraufwand betreiben und die Karosserie konnte nicht auf einmal fertig gebaut werden. Bei verzinkten Blechen ist zumindestens 99% der Karosserie verzinkt. Ist in der Großserie das beste Verfahren.

Karosserien wurden ohne Kotis, Türen und Klappen verzinkt. Nur die Rohkarosse. Zink alleine genügt auch nicht, ein weiterer Oberflächenaufbau ist da notwendig.

Was Du an Deinem Wagen leider nicht sehen kannst, ist die Anbringung der Motorhalter usw. Beim 6Ender sind die Motorhalter als Konsolen an den Längsträger geschraubt, beim 5Ender sind die Halter geschweißt. Die Rohkarosse ist also ohne weitere Rücksicht auf die Motorisierung gefertigt worden, und bekam erst später ihre Konfiguration. Dabei wurden dann auch die Halter nach der Verzinkung angeschweißt. Schaut euch mal die Schweißnähte der Halter an. Es gibt vermutlich keinen Typ 89 oder B4, an dem die nicht verrostet sind, während der Rest geradezu noch jungfräulich ist. Ist aber auch egal, da man es nicht sieht, und das Blech sehr dick ist.
Grüße
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